29 | 11 | 2014

Bunte Pferde im Westerwald PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, den 03. Februar 2014 um 10:59 Uhr

Wie so viele Dinge im Leben, hat auch Jutta Saalbach - die zusammen mit Ihrem Mann einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 50 Hektar ökologischen Grünlandanbau in Breitscheid bewirtschaftet-  den ersten Kontakt mit den Lewitzer Schecken im Jahr 2000 einem reinen Zufall zu verdanken. Eine junge Frau war damals auf der Suche nach einem Einstellplatz für Ihr Pferd, das eben genau dieser Rasse angehörte. Sie stellte das Pferd zu Saalbachs in Pension und so lernte Jutta Saalbach zufällig die Lewitzer Schecken kennen und schon bald auch lieben.

Frau Saalbach war innerhalb kurzer Zeit so sehr von der Umgänglichkeit und Nervenstärke des neuen Pensionspferdes angetan, dass Sie schon bald darauf  selbst nach Mecklenburg in die Lewitz reiste, und sich dort ihre erste eigene Lewitzer Stute kaufte. Dass sie mit dem Erwerb der einen Stute aber schon bald Besitzerin zweier Pferde sein würde, ahnte sie zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Sie erfuhr diese Überraschung erst später, als der Tierarzt eine Trächtigkeit bei ihren Neuzugang diagnostizierte. Auch die Tatsache, dass das daraus gefallene Stutfohlen „Suprise“ die zukünftige Stammstute Ihrer Zucht werden sollte, konntesie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen.

Schon bald darauf kaufte Sie sich eine weitere Lewitzer Stute dazu und inzwischen ist aus dieser „Zufallsbekanntschaft“ ein ansehnliches Gestüt mit etwa 20 Pferden geworden. Unter Ihnen befindet sich seit ein paar Jahren auch der „Grandseigneur“ der Lewitzer schlechthin, der inzwischen dreißigjährige Elitehengst „Graveur“. Sein Alter ist ihm absolut nicht anzusehen, denn er steht vergnügt auf seinem Paddock und wartet auf Streicheleinheiten und Leckereien. „Graveur“ sorgt noch fleißig für Nachwuchs und ist bereits Vater von nicht weniger als 15 gekörten Söhnen und etlichen Elitestuten. Er absolvierte seine Hengstleistungsprüfung noch in der ehemaligen DDR, bevor er 1989 als erster Zuchthengst seiner Rasse überhaupt in die Bundesrepublik kam.

Bei den Lewitzer Schecken handelt es sich um eine noch recht junge Pferde- oder eigentlich Ponyrasse, denn ihr maximales Stockmaß beträgt laut Rassestandard 148 Zentimeter. Entstanden sind diese bunten Pferde aus dem ehemaligen gescheckten Kleinpferd  Typ B2 und B3 der DDR in der Region Lewitz, -Eine wiesenreiche Gegend um Mecklenburgs Landeshauptstadt Schwerin- und Einkreuzungen mit arabischem und englischem Vollblut. Sie wurden erst seit 1971 zu einer einheitlichen Rasse konsolidiert und das Zuchtbuch wurde erst 2005 geschlossen. Es wird nach wie vor in Mecklenburg geführt. Seitdem gilt das Prinzip der Reinzucht. Es werden nur noch reinrassige Pferde mit einer Größe zwischen 130 und 148 Zentimeter, die im Ponytyp stehen zur Zucht zugelassen.

Jutta Saalbach selbst möchte Ihre Lewitzer als Tobianoschecken (Plattenschecken) nah am Endmaß züchten, um sie auch für Erwachsene Reiter  und als anspruchsvolle Fahrpferde nutzen und vermarkten zu können. Überhaupt ist es die Vielseitigkeit, die sie neben der Umgänglichkeit und Verlässlichkeit am meisten an den Lewitzern beeindruckt. Mit Leidenschaft und Begeisterung schwärmt sie von der Nervenstärke und der Leistungsbereitschaft ihrer „Bunten“. Viele Siege und hohe Platzierungen bei diversen Veranstaltungen und Zuchtschauen des ZfdP (Zuchtverband für deutsche Pferde) bestätigen ihr, das sie sich mit ihrer Zucht auf dem richtigen Weg befindet.

Im Jahr2010 hat die Familie Saalbach die bis dahin betriebene Mutterkuhhaltung aufgegeben und sich seitdem ganz der Pferdezucht verschrieben. Ihr Betrieb wurde Stück für Stück zu einem besonders pferdegerechten Gestüt ausgebaut. Alle Pferde dürfen in Offenställen leben und es gibt spezielle weitläufige Sommer- und Winterweiden mit extra Baumbestand und Schutzhütten, auf denen die Youngsters ihre Kindheit unbeschwert, naturnah und tiergerecht in Junghengst oder Stutengruppen verbringen können. Ein großer Roundpen und ein Reitplatz mit Turniermaß runden die gepflegte Gestütsanlage ab.

Auf Grund der soliden Aufzuchtsbedingungen für Jungpferde und der vorbildlichen Pferdehaltung wurde das Gestüt auch von der LAG (Laufstallarbeitsgemeinschaft) bereits mehrfach mit 3 Sternen ausgezeichnet.

Inzwischen hat sich die Anzahl der Zuchttiere bei etwa Zwanzig eingependelt. Unter Ihnen befinden sich fünf eigene, sowie zwei Pachtstuten, zwei Wallache die im Reitbetrieb eingesetzt werden, sowie 9 Jung- und Verkaufspferde zwischen Einem und Drei Jahren, sowie ein weiterer gekörter Zuchthengst, ein echter Hingucker mit Namen „Pandur“, der den orientalischen Einfluss seiner Ahnen nicht verleugnen kann. Zusätzlich zu den eigenen Pferden befinden sich noch acht Pensionspferde unterschiedlicher Rassen in der Obhut des Gestüts.

 

Nähere Informationen zu dem Lewitzer Gestüt finden Sie unter:

 

www.Lewitzer-Westerwald.de

 
Zur Webseite Pferdewelt-Spielberg http://www.westernclassic.de/ http://www.ehorses.de/http://www.western-breymann.de